Was für ein Moment in Genf! In der Nachspielzeit des letzten Gruppenspiels gegen Finnland traf Riola Xhemaili zum 1:1 und schoss die Schweizer Nati damit erstmals in der Geschichte in einen EM-Viertelfinal. Das Stade de Genève stand Kopf, und in der ganzen Schweiz wurde gejubelt. Morgen, Freitag, geht es in Bern gegen Weltmeister Spanien.
Die Gruppenphase im Rückblick
Der Auftakt im ausverkauften St. Jakob-Park verlief bitter. Gegen Norwegen ging die Schweiz durch Nadine Riesen in Führung, verlor am Ende aber knapp mit 1:2. Im zweiten Spiel in Bern zeigte die Nati gegen Island eine starke Leistung und gewann verdient mit 2:0. Damit hatte sie es im letzten Spiel gegen Finnland selbst in der Hand.
Das Drama von Genf
Gegen Finnland, das selbst um das Weiterkommen kämpfte, geriet die Schweiz in der Schlussphase in Rückstand. Die Zeit lief davon, die Nervosität stieg. Doch die Mannschaft gab nicht auf. In der zweiten Minute der Nachspielzeit fand ein flacher Schuss von Géraldine Reuteler den Weg zu Riola Xhemaili, die den Ball direkt ins Tor lenkte. Ein Abschluss ohne Annahme, im richtigen Moment, mit der richtigen Technik. Genau solche Momente entscheiden Turniere.
Warum die Direktabnahme den Unterschied machte
Im Strafraum, in der Nachspielzeit, umringt von Verteidigerinnen, bleibt keine Zeit für eine Ballannahme. Xhemaili hatte nur einen Kontakt zur Verfügung, und sie nutzte ihn. Solche Situationen kann man nicht im Spiel lernen. Sie entstehen im Training, durch hunderte Wiederholungen, bis die Bewegung automatisch abläuft. Wenn der Kopf vor Aufregung voll ist, übernimmt der Körper.
Jetzt wartet Spanien
Im Viertelfinal trifft die Schweiz auf Spanien, den amtierenden Weltmeister und Topfavoriten des Turniers. Die Spanierinnen haben ihre Gruppe mit drei Siegen souverän gewonnen und gelten als technisch stärkste Mannschaft Europas. Für die Nati ist das Spiel im Berner Wankdorf eine riesige Herausforderung, aber auch eine Chance. Mit dem Heimpublikum im Rücken und nichts zu verlieren ist vieles möglich.
Eine EM, die bewegt
Unabhängig vom Ausgang hat diese Heim-EM schon jetzt viel erreicht. Die Stadien sind voll, die Einschaltquoten hoch, und überall im Land spricht man über Frauenfussball. Viele Mädchen, die jetzt Lia Wälti, Géraldine Reuteler oder Riola Xhemaili zujubeln, werden sich in den nächsten Monaten in einem Verein anmelden.
Für Vereine: Jetzt vorbereitet sein
Wenn nach dem Turnier viele neue Spielerinnen kommen, braucht es gute Angebote. Schnuppertrainings, Mädchenteams und motivierte Trainerinnen und Trainer sind gefragt. Gerade zu Beginn sollten Übungen im Vordergrund stehen, die Spass machen und schnelle Erfolgserlebnisse bringen. Ein Volley-Wettbewerb mit dem VOLLEYCHAMP® ist eine einfache Möglichkeit, neue Spielerinnen für das Toreschiessen zu begeistern.
Selbst nachmachen
Wer nach dem Spiel in den Garten geht und Xhemailis Treffer nachspielen möchte: Leg den Ball auf eine flache Erhöhung, lauf leicht schräg an und triff ihn flach mit der Innenseite oder dem Vollspann. Achte darauf, den Oberkörper über dem Ball zu halten, damit der Schuss nicht steigt. Präzision ist hier wichtiger als Wucht.
Ein Team, das an sich glaubt
Bemerkenswert ist, wie die Mannschaft mit Rückschlägen umgegangen ist. Nach der knappen Niederlage zum Auftakt hätte die Stimmung kippen können. Stattdessen zeigte die Nati gegen Island eine Reaktion, und gegen Finnland bewies sie bis zur letzten Sekunde Moral. Diese Mentalität ist mindestens so wichtig wie jede Technik.
Morgen gilt es. Wir sind in Gedanken in Bern. Hopp Schwiiz!