Es ist passiert! Die Schweizer Nationalmannschaft steht zum ersten Mal seit 1954 in einem WM-Viertelfinal. Nach einem nervenaufreibenden Achtelfinal gegen Kolumbien, der nach 120 Minuten torlos blieb, setzte sich die Nati im Penaltyschiessen mit 4:3 durch. Gregor Kobel wurde mit einer Parade zum Helden. Am Samstag trifft die Schweiz in Kansas City auf Titelverteidiger Argentinien.
Der Weg in den Viertelfinal
Nach dem bitteren 1:1 zum Auftakt gegen Katar fand die Nati schnell in ihren Rhythmus. Gegen Bosnien-Herzegowina gelang ein 4:1, bei dem die eingewechselten Spieler in der Schlussphase für die Entscheidung sorgten. Im letzten Gruppenspiel in Vancouver besiegte die Schweiz Co-Gastgeber Kanada mit 2:1. Ruben Vargas traf kurz nach der Pause, Johan Manzambi erhöhte. Damit war der Gruppensieg perfekt.
In der neuen Runde der letzten 32 traf die Schweiz in Vancouver auf Algerien. Breel Embolo brachte die Nati früh in Führung, Dan Ndoye erhöhte direkt nach der Pause auf 2:0. Ein souveräner Auftritt, der Selbstvertrauen für den Achtelfinal gab.
Das Drama gegen Kolumbien
Der Achtelfinal gegen Kolumbien war ein Kampf auf Biegen und Brechen. Beide Teams hatten Chancen, doch die Torhüter und Abwehrreihen hielten stand. Nach 120 Minuten stand es 0:0. Im Penaltyschiessen hielt Gregor Kobel einen kolumbianischen Versuch, ein weiterer prallte von der Latte zurück. Die Schweizer Schützen behielten die Nerven, und der Jubel kannte keine Grenzen.
Der Achtelfinal-Fluch ist gebrochen
Für die Schweiz ist dieser Erfolg historisch. An den Weltmeisterschaften 1994, 2006, 2014, 2018 und 2022 war jeweils im Achtelfinal Schluss. Besonders schmerzhaft war 2006, als die Nati gegen die Ukraine im Penaltyschiessen ausschied, ohne einen einzigen Penalty zu verwandeln. Diesmal war es umgekehrt: Die Schweiz hatte im Elfmeterschiessen das bessere Ende für sich.
Jetzt wartet Argentinien
Im Viertelfinal trifft die Nati am Samstag in Kansas City auf Argentinien, den amtierenden Weltmeister. Mit Lionel Messi, der sein wohl letztes grosses Turnier spielt, und einer Mannschaft voller Erfahrung sind die Argentinier klarer Favorit. Doch die Schweiz hat in diesem Turnier gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann. Mit einer stabilen Abwehr, einem starken Torhüter und effizientem Umschaltspiel ist eine Überraschung möglich.
Penaltys sind Kopfsache und Technik
Der Sieg gegen Kolumbien zeigt, dass Penaltyschiessen keine Lotterie ist. Wer im Training regelmässig unter Druck schiesst, einen festen Ablauf hat und sich vor dem Anlauf für eine Ecke entscheidet, erhöht seine Chancen deutlich. Dazu kommt eine saubere Schusstechnik, die auch mit zitternden Knien funktioniert.
WM-Fieber im ganzen Land
Für viele Fans in der Schweiz hiess das Spiel aus Vancouver: lange aufbleiben. Es hat sich gelohnt. Für viele Kinder ist es die erste grosse WM-Euphorie, die sie bewusst miterleben, und viele werden in diesen Tagen im Garten Penaltys und Volleys üben.
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Ein Team ohne Stars, aber mit System
Was diese Nati auszeichnet, ist weniger ein einzelner Superstar als ein funktionierendes Kollektiv. Jeder kennt seine Rolle, die Wechselspieler bringen Energie, und die Abwehr steht kompakt. Gerade gegen spielstarke Gegner wie Argentinien kann diese Geschlossenheit den Unterschied machen.
Am Samstag gilt es. Die ganze Schweiz drückt die Daumen. Hopp Schwiiz!