Danke, Shaq! Xherdan Shaqiri und der Fallrückzieher von Saint-Étienne - VOLLEYCHAMP.COM

Nach der Europameisterschaft hat Xherdan Shaqiri seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben. Mit 125 Länderspielen geht einer der prägendsten Schweizer Fussballer der letzten Jahrzehnte. Zeit, Danke zu sagen und auf einige seiner schönsten Momente zurückzublicken.

Ein Mann für die grossen Bühnen

Shaqiri debütierte 2010 in der Nati und war seither an jedem grossen Turnier dabei. Bemerkenswert: Er traf an sechs grossen Turnieren in Folge, von der WM 2014 bis zur EM 2024. Kaum ein Spieler weltweit hat das geschafft.

  • WM 2014: Hattrick gegen Honduras in Manaus
  • EM 2016: Fallrückzieher gegen Polen
  • WM 2018: Siegtor gegen Serbien in der Schlussminute
  • EM 2021: Doppelpack gegen die Türkei
  • WM 2022: Tor gegen Serbien
  • EM 2024: Direktschuss in den Winkel gegen Schottland

Auch auf Klubebene war seine Karriere aussergewöhnlich: Nach seinen Anfängen beim FC Basel gewann er mit Bayern München und dem FC Liverpool jeweils die Champions League. Zuletzt spielte er in der MLS bei Chicago Fire.

Der Fallrückzieher von Saint-Étienne

Ein Tor ragt heraus. Im Achtelfinal der EM 2016 lag die Schweiz gegen Polen 0:1 zurück. In der 82. Minute kam eine Flanke von rechts, die abgewehrt wurde und hoch in die Luft stieg. Shaqiri stand an der Strafraumgrenze mit dem Rücken zum Tor, liess sich fallen und traf per Fallrückzieher an den Innenpfosten und ins Tor. Ein Treffer, der um die Welt ging und bis heute zu den schönsten der EM-Geschichte zählt.

Was einen Fallrückzieher ausmacht

Der Fallrückzieher ist die Königsdisziplin der Volley-Techniken. Damit er gelingt, müssen mehrere Dinge zusammenpassen:

  • Absprung: Das Schwungbein geht zuerst nach oben, das Sprungbein folgt.
  • Timing: Der Ball wird über Kopfhöhe getroffen, wenn er am höchsten Punkt der Bewegung ist.
  • Treffpunkt: Getroffen wird mit dem Vollspann, das Fussgelenk ist fest.
  • Landung: Die Hände und Unterarme fangen den Fall ab, der Rücken rollt ab.

Sicher üben

Einen Fallrückzieher solltest du nie ohne Vorbereitung auf hartem Boden versuchen. Beginne auf weichem Untergrund, idealerweise auf einer Matte in der Turnhalle oder auf tiefem Rasen. Übe zuerst nur die Landung ohne Ball. Wenn diese sitzt, lässt du dir den Ball von einem Partner leicht zuwerfen.

Noch wichtiger ist eine solide Basis: Wer den normalen Volley nicht sicher beherrscht, wird auch beim Fallrückzieher selten treffen. Das Gefühl für Treffpunkt, Fussgelenk und Timing entsteht durch viele Wiederholungen mit einfachen Volleys. Mit dem VOLLEYCHAMP® kannst du genau diese Grundlage legen: Der Ball liegt auf einer festen Höhe bereit, und du konzentrierst dich ganz auf einen sauberen Kontakt.

Danke für alles

Shaqiri hat Generationen von jungen Fussballerinnen und Fussballern in der Schweiz inspiriert. Wer als Kind seinen Fallrückzieher gesehen hat, hat danach wahrscheinlich im Garten versucht, ihn nachzumachen. Genau das ist sein grösstes Vermächtnis. Wohin ihn sein Weg auf Klubebene als Nächstes führt, verfolgen wir mit grosser Spannung.

Der linke Fuss als Markenzeichen

Was Shaqiri über all die Jahre auszeichnete, war sein linker Fuss. Ob Freistoss, Flanke, Direktabnahme oder Schlenzer: Mit links konnte er den Ball auf engstem Raum präzise und mit viel Gefühl spielen. Dazu kam ein tiefer Körperschwerpunkt, der ihn schwer vom Ball trennen liess. Für junge Spieler ist er damit ein gutes Vorbild: Eine Stärke konsequent zu perfektionieren, kann den Unterschied machen. Wer seinen starken Fuss so beherrscht, hat auch in engen Spielen immer eine Lösung parat.

Danke, Shaq!

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