Neue Regel ab Sommer: Acht Sekunden für den Torhüter

Das Zeitschinden durch Torhüter ist vielen Fans seit Langem ein Dorn im Auge. Jetzt hat der International Football Association Board, kurz IFAB, gehandelt. An seiner Generalversammlung am 1. März 2025 in Belfast wurde eine neue Regel beschlossen, die ab dem 1. Juli 2025 gilt.

Was sich ändert

Bisher durfte ein Torhüter den Ball maximal sechs Sekunden in den Händen halten. Hielt er ihn länger, gab es indirekten Freistoss für den Gegner. In der Praxis wurde diese Regel allerdings kaum je gepfiffen.

Neu gilt: Der Torhüter darf den Ball maximal acht Sekunden kontrollieren. Der Schiedsrichter zählt die letzten fünf Sekunden sichtbar mit der Hand herunter. Hält der Torhüter den Ball danach immer noch, gibt es Eckstoss für die gegnerische Mannschaft.

Warum ein Eckstoss?

Die Idee dahinter ist einfach: Eine Strafe muss spürbar sein, aber im Verhältnis zum Vergehen stehen. Ein indirekter Freistoss im Strafraum führte oft zu chaotischen Situationen und wurde deshalb selten gegeben. Ein Eckstoss ist eine klare, leicht verständliche Konsequenz, die Schiedsrichter eher anwenden. In Testphasen hat sich gezeigt, dass Torhüter den Ball deutlich schneller wieder ins Spiel bringen, wenn die Regel konsequent angewendet wird.

Weitere Neuerungen

Das IFAB hat auch die Empfehlung bekräftigt, dass in bestimmten Situationen nur noch der Captain mit dem Schiedsrichter sprechen darf. Das soll Rudelbildungen und Diskussionen eindämmen. Zudem wurden kleinere Anpassungen beim Schiedsrichterball beschlossen.

Erster Test an der Klub-WM

Bereits ab Mitte Juni wird die Regel an der neuen Klub-WM in den USA angewendet, also noch vor dem offiziellen Inkrafttreten. In der Schweiz gilt sie ab der neuen Saison im Sommer. Auch im Amateurfussball wird sie umgesetzt, sobald die neuen Spielregeln übernommen sind.

Was das für Feldspieler bedeutet

Mehr Eckstösse könnten bedeuten: mehr Chancen nach Standards. Und nach einem Eckstoss entstehen oft genau die Situationen, in denen Volleys und Direktabnahmen gefragt sind. Ein abgewehrter Ball, der an der Strafraumgrenze herunterfällt, ist die klassische Gelegenheit für einen Volley aus der zweiten Reihe.

Die Strafraumgrenze als Volley-Zone

Bei Eckstössen positionieren viele Teams einen Spieler an der Strafraumgrenze, der auf Abpraller lauert. Diese Position verlangt eine ganz bestimmte Fähigkeit: einen Ball, der aus der Luft herunterfällt, ohne Annahme flach und präzise aufs Tor zu bringen. Das ist alles andere als einfach, denn der Ball kommt oft mit unterschiedlichem Tempo und Drall.

Ein paar Tipps für diese Situation:

  • Bleib auf den Fussballen, damit du schnell auf den Ball reagieren kannst.
  • Bring den Oberkörper über den Ball, um den Schuss flach zu halten.
  • Ziel lieber in eine Ecke als auf maximale Härte.

Trainieren für den Abpraller

Um in solchen Momenten bereit zu sein, braucht es viele Wiederholungen. Mit dem VOLLEYCHAMP® kannst du den sauberen Kontakt gezielt üben. Der Ball liegt auf einer festen Höhe, und du arbeitest an Treffpunkt und Körperhaltung. Wenn das sitzt, kannst du mit einem Partner Abpraller aus der Luft simulieren.

Und die Torhüter?

Für Torhüter bedeutet die neue Regel vor allem eines: schneller entscheiden. Wer den Ball gefangen hat, sollte sofort die Optionen scannen, kurz zum Verteidiger, weit zum Stürmer oder einfach abwarten, bis sich das Team geordnet hat. Acht Sekunden sind dafür genug Zeit, solange man sie nicht bewusst verschwendet.

Wir sind gespannt, wie sich die neue Regel auswirkt. Eines ist sicher: Für Zuschauer dürfte das Spiel etwas flüssiger werden.

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